Das grundlegende Ziel einer jeden Kooperation im IT-Mittelstand ist es, die eigene Position im Markt sowie im Wettbewerbsumfeld zu stärken und zu verbessern. Um als IT-Unternehmen zukunftsfähig zu bleiben und agil auf die Anforderungen des Marktes reagieren zu können, bieten kooperative Geschäftsmodelle erhebliche Chancen für die Unternehmen.

Kooperationen entstehen dann, wenn ein Großteil der Vorbehalte der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit abgebaut ist. Unternehmen fürchten etwa die eigene Unabhängigkeit zu verlieren oder durch das Integrieren anderer Unternehmenskulturen schwerfällig zu werden. Zugleich sind Sicherheitsbedenken und die Angst, Marktanteile an einen Wettbewerber zu verlieren, Ursachen, warum Unternehmenskooperationen scheitern können. Deshalb gilt es, Vertrauen zwischen den Partner aufzubauen, entstehende Chancen zu antizipieren sowie Risiken zu mindern. Synergetische Effekte zwischen den beteiligten Partnern können in einer Kooperation genutzt und Ressourcen so gebündelt werden, dass alle Parteien profitieren und am Ende ein erfolgreiches Produkt entsteht. Sind die Vorteile einer Kooperation erkannt und ist der Wille für eine gemeinsame Zusammenarbeit gegeben, steht der Weg zur Bildung eines Konsortiums frei.

Gerade in der ersten Phase einer Kooperation ist es wichtig, die organisatorisch und technisch anfallenden Aufgaben zwischen den Partnern zu planen und zu koordinieren. Bei der Zusammenarbeit von zwei oder mehr Unternehmen ist es essenziell, eine geteilte Vision und ein gemeinsames Geschäftsmodell zu entwickeln und gemeinsame betriebswirtschaftliche Zielsetzungen zu definieren. Dabei müssen die Ziele nicht zwangsläufig identisch sein, solange die individuellen Absichten für alle offen liegen und gegenseitig akzeptiert werden. Im Vorfeld festgesteckte Ziele dienen der Vereinbarung einer gemeinsamen Umsetzungs-Roadmap und der Überprüfung der erreichten Ergebnisse. So kann festgestellt werden, ob die Kooperation erfolgreich war. Entscheidend für den Erfolg ist auch der rechtzeitige Einbezug der später für die Umsetzung des Projekts verantwortlichen Mitarbeiter. Daher sollten diese so früh wie möglich in die Überlegungen und Planungen miteinbezogen werden. Die Kooperationspartner stellen ein verantwortliches Team mit dokumentierten Zuständigkeiten zusammen. Die Mitarbeiter, welche an der praktischen Umsetzung arbeiten, benötigen genaue Informationen über:

► Geplante Arbeitsabläufe, Zielsetzungen und Methoden

► Umzusetzende Maßnahmen

► Zeitvorgaben zur Zielerreichung

► Mitwirkende im eigenen Unternehmen

► Mitwirkende im Partnerunternehmen

► Ansprechpartner bei Konflikten

Nach der Festlegung der Ziele müssen Maßnahmen festgelegt werden, welche für die Realisierung notwendig sind. Arbeitsabläufe, Zielsetzungen und Methoden sollten in einem Kooperationsplan verschriftlicht werden. Dieser Plan dient als  Wegbeschreibung für die gemeinsame Zusammenarbeit. Als Bestandteil einer Kooperationsvereinbarung kann auf diesen Plan in allen Phasen der Konsortiumsbildung und auch im Vertrieb des gemeinsamen Produkts zurückgegriffen werden.

Um ein gebildetes Konsortium auch langfristig und nachhaltig zu gestalten, sollte man sich bewusst machen, dass eine Kooperation ein Prozess ist. Daher muss das gemeinsame Wirken stetig kontrolliert und evaluiert werden. Als erster Indikator dient dabei das Erfüllen der zuvor definierten Ziele. Sind diese Ziele nicht erreicht, muss strategisch gegengesteuert werden. Selbst wenn alle Zielvorgaben erfüllt sind, müssen sich die Partner die Frage stellen: Ist die Zusammenarbeit störungsfrei abgelaufen? Um Irrtümer, Uneinigkeiten oder gravierende Unzulänglichkeiten zu vermeiden, sollten Kooperationsregeln beachtet, Vertrauen geschaffen und nicht zuletzt für eine effektive Verständigung und einen stetigen Informationsfluss gesorgt werden. Das KIW unterstützt Sie in allen Phasen der Konsortiumsbildung und bietet regelmäßig Vorträge, Webinare und Workshops zu Themen der kooperativen Geschäftsbildung an.

Autoren: Christopher Gelling und Tarek Annan (IT-Consultants im Kompetenzzentrum IT-Wirtschaft)

Der Text ist ein Auszug aus unserem Kooperationsleitfaden, den Sie hier herunterladen können.

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